Weiße Mousse au chocolat mit Kardamom
Von Claudia am Feb 15, 2010 | In Süßes, Fool for photos, Nachtisch, Winter | 17 Feedbacks »
Einer meiner Lieblings-Foodjournalisten, Nigel Slater, zeigte Ende der 90er-Jahre in seiner ersten TV-Serie “Real Food", eine schöne weiße Mousse au chocolat mit Kardamom. Schöne Idee, die ausprobiert werden musste.
Für mich stand allerdings fest, dass es nicht nur eine einfach Mousse werden sollte: Ich wollte noch etwas Kontrastierendes in das Dessert bringen. Zitrusfrüchte erwiesen sich als Glücksfall, weil sie sowohl mit der süßen Schokoladen-Mousse als auch mit dem Kardamom harmonierten. Ich hatte eine Orangen, eine Grapefruit rosé und eine Blutorange zu Hause.
Hier das Rezept für die weiße Mousse au chocolat, das Nigel Slater wohl erstmalig in dem Buch Real Food veröffentlichte (bin mir allerdings nicht sicher, da ich es nicht habe):
8 Kardamom-Kapseln
100ml Milch
3 Lorbeerblätter (habe ich weggelassen)
250g weiße Schokolade
300ml Sahne
3 Eiweiß
Kakaopulver (ungesüßt, kein Getränkepulver)
Filets von 3 Zitrusfrüchten: Orangen, Grapefruit, Blutorangen (je nachdem was da ist)
Die Kardamomkapsel aufbrechen und die Samen leicht im Mörser anstoßen.
Zusammen mit der Milch in einem Topf erhitzen und kurz vorm Kochen von der Herdplatte nehmen.
Nigel Slater schmilzt die Schokolade separat, ich habe die noch sehr warme Milch durch ein Sieb über Schokolade gegeben und dann kontinuierlich gerührt. Wichtig ist, dass die Milch nicht kochend heiß ist, sonst besteht die Gefahr, dass die Schokolade klumpt und Kristalle bildet.
Die Sahne nicht ganz steif schlagen. Die Eiweiß richtig steif schlagen.
Wenn die Schokolade geschmolzen ist, die Eischnee unterheben. Slater schreibt, dass man dafür einen Metall-Löffel nehmen soll, weil angeblich ein Holzlöffel Luft aus der Mischung ziehen würde. Das konnte ich nicht nachvollziehen.
Nun die geschlagene Sahne unterheben und sofort in kleine Förmchen oder Espressotassen geben. Ca. 3 Stunden kühl stellen bis die Creme fest ist. Kurz vor dem Servieren mit Kakaopulver bestäuben. Alternativ kann man die Mousse auch in eine flache Schale füllen und nach dem Festwerden mit einem Löffel Nocken abstechen.
Serviert werden kann die Mousse auch mit Schokoldensauce. Darauf habe ich verzichtet - ich hatte ja die Orangenfilets, die ich auf einem Extra-Teller gereicht habe. Dazu passt dann natürlich auch ein Espresso … Sehr lecker: Zwar süße Mousse, aber mit einer leicht orientalischen Note durch den Kardamom. Die Zitrusfrucht-Filets bringen frische Säure zu der sonst süßen Mousse hinzu.
Mehr Mousse au chocolat-Rezepte
Mousse au chocolat nach Pierre Hermé
Mousse au chocolat mit Amarenakirschen
Mousse au chocolat mit Butter (ähnlich Paul Bocuse)
Bücher von Nigel Slater bei amazon.deNigel Slater’s Real Food
Einfach gut essen
Einfach genießen
Halbe Portion: Wie ich lernte, die englische Küche zu lieben
17 Kommentare
Die Orangenfilets passen nicht nur optisch toll zu der etwas aufdringlichen Süße der weißen Schokolade. Granatapfelkerne oder Passionsfrucht wären auch super und würden den orientalischen Charakter noch unterstreichen.
Hab dir übrigens einen Award verliehen! Weil ich das nicht direkt verlinken kann hab ich's in die URL gepostet.
Ich lese hier schon lange begeistert mit und da ich seit heute auch einen Blog habe, habe ich dich bei mir verlinkt. Ich hoffe, du hast nichts dagegen.
Liebe Grüße,
Lilly, aus der Mini-Küche
@Millyways: Hmmm, was ist denn nicht dran gelungen? Eiweiss steif schlagen, Sahne steif schlagen und das ganze unter die geschmolzene (und leicht abgekühlte) Schokolade ziehen. Drücke die Daumen, dass es beim nächsten Mal klappt.
@Suse: Absolut, Granatapfelkerne und auch Passionsfrucht hätten sicher gepasst.
@Véronique: Ich habe mir das Video der Sendung ja angeschaut und kenne "Double Cream" auch aus Großbritannien - allerdings ist die immer so flüssig wie unsere Sahne. Kein Vergleich zu unserer Creme double. Andererseits ist die englische Double Cream doch noch ca. 5% fetter als Creme double in Deutschland. Dilemma der unterschiedlichen globalen Zutaten. Die Sahne hat der Mousse keinen Abbruch getan. ;)
Danke fürs Nachschauen in "Real Food" und für die Angabe der Seitenzahl!
@Lilly: Ach, die Kreativblokaden lösen sich irgendwann. Spätestens, wenn man ein Gericht abwandeln möchte und schaut, was noch im Haus ist.
@Stefanie: Ja, Nigel Slater ist klasse. Viel Vergnügen beim Nachkochen!
Vor ein paar Wochen habe ich ein aehnliches, aber unkomplizierteres Rezept ausprobiert: die Creme wird aus je 250g Mascarpone, Philadephia und Creme Fraiche mit 400g zerlassener weisser Schokolade hergestellt, dann wie ein Cheesecake auf einen Amaretti-Butter-Boden geschichtet und mit Fruchtcoulis und Beeren belegt, ist aber endlos variierbar und auch in groesseren Mengen schnell gemacht.
Vieln Dank fuer diesen Superblog!
Das will ich unbedingt auch mal so probieren aber trau mir nicht so wirklich zu, dass das auf wirklich etwas auf anhieb gibt. ^^
Einen Kommentar hinterlassen
| « Internationale Kochbuchmesse in Paris - Cookbook Fair! | Bittere Orangenmarmelade - English Marmalade » |












