Tiroler Bauernbratl mit Lammhüfte
Von Claudia am Feb 6, 2007 | In To die for, Aus fremden Küchen, Fleisch, Herbst, Winter | 13 Feedbacks »

Lamm gehört für mich zu den Fleischsorten, die ich leider erst sehr spät für mich entdeckt habe. Bei meinen Eltern gab's das nie, da regierten Schweinekoteletts und -braten, Rindersteak und Gulasch. An einen schönen Lammbraten habe ich mich bislang noch nicht gewagt, und die Chance, eine Lammkrone zuzubereiten ging aus Zeitmangel vorbei, und das schöne Fleisch leider in die Tonne als ich es für das Tiroler Bauernbratl noch verwenden wollte. Dennoch fand ich das Schmorgericht aus der Elle Bistro so attraktiv, dass ich es auch ohne "Knochenteile" ansetzte. Die sollten nämlich eigentlich dabei sein, um der Sauce ein besonders Aroma zu verleihen.
Das Rezept verlangte nach Lammfleisch aus der Schulter und Lammrippchen bzw. Lammkoteletts. Das einzige, was beim Händler noch zu haben war, war Lammhüfte. Die ist auf einer Seite mit einem Fettdeckel gepanzert. Den habe ich mit einem scharfen Tranchiermesser entfernt, ebenso Sehniges. Das Fleisch habe ich dann in grobe Würfel geschnitten.
Das Rezept sah Quittengelee und eine Quitte vor, die Quitte hatte ich nicht, aber eine leicht süßliche Note sollte es sein, deshalb kam eben nur das Quittengelee dazu.
Sehr, wenn auch im ersten Moment etwas ungewohnt war die Menge an Petersilienwurzel. Sie schmeckt als Gemüse geschmort hervorragend. Im Rezept wird zum Abschmecken zum Schluss Balsamico-Essig verwendet. Darauf habe ich verzichtet. Es scheint mir, dass zurzeit fast jedes Gericht mit Balsamico verfeinert wird ...
Meine Kritik an dem Rezept: Zusammen mit den Kartoffeln wandert auch eine ganze Quitte in den Schmortopf. Sie in der Zutatenliste zu erwähnen wäre nützlich. Ebenso heißt es im Rezept "mit Quittengelee und passierten Tomaten zum Lamm geben." Da auch die Tomaten keine Erwähnung in der Zutatenliste finden, muss man selbst überlegen, wieviel es denn sein könnte. Ich habe letztlich 4 Tomaten aus der Dose genommen, die ich nicht passiert habe. Das entspricht ca. einer kleinen Dose Tomaten. Im Sommer könnte man auch ein paar Tomaten häuten, entkernen und klein schneiden.
Ein sehr leckeres Schmorgericht, dass es bei mir bestimmt nicht zum letzten Mal gegeben hat. Das Fleisch war ultra-zart und geschmacklich stark von Wacholder, Kräutern und Wein geprägt. Die verschiedenen Geschmacksnuancen harmonierten prima. Lediglich den Knoblauch würde ich beim nächsten Mal sehr fein hacken, denn auf eine halbe, weich geschmorte Knoblauchzehe zu beißen bedeutet für mich nicht unbedingt einen Hochgenuss.
Hier das Rezept:
========== REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.2
Titel: Tiroler Bauernbratl
Kategorien: Lamm
Menge: 4 Portionen
700 Gramm Lammfleisch aus der Schuler
300 Gramm Lammrippchen oder Lammkoteletts
1 Teel. Wacholderbeeren
Mehl
2 Essl. Olivenöl
200 Gramm Zwiebeln (Schalotten, Perlzwiebeln)
5 Knoblauchzehen (Claudia: weniger!)
3-4 Rosmarinzweige
1-2 Essl. Quittengelee
1 kleine Dose Tomaten (4 Tomaten)
500 ml Rotwein
400 Gramm Kartoffeln
250 Gramm Petersilienwurzel
1-2 Teel. Balsamessig (Claudia: weglassen!)
Salz
Pfeffer
Quelle: Nach Elle Bistro 1/2007
============================ QUELLE ============================
-- Erfasst *RK* 06.02.2007 von
-- Claudia Schmidt
Lammfleisch würfeln, Rippchen voneinander trennen. Wacholderbeeren grob zermörsern. Die Fleischwürfel mit Wacholder, Salz und Pfeffer vermengen und leicht mit Mehl bestäuben. Fleisch im heißen Olivenöl von allen Seiten anbraten.
Zwiebeln vierteln, Knoblauchzehen halbieren und beides zum Fleisch geben. 2-3 Minuten braten. Rosmarinnadeln hacken und mit dem Quittengelee und den Tomaten zum Lamm geben. Mit Rotwein ablöschen. Den Topf auf unterster Schiene in den 200 Grad C heißen Ofen schieben. Sobald der Wein verdampft ist, wieder ablöschen. Diesen Vorgang wiederholen, bis der Wein verbraucht ist. Das dauert ca. 45 Minuten.
In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen und vierteln. Petersilienwurzeln schälen und in grobe Stücke schneiden und zum Fleisch in den Ofen geben. 250 ml Wasser zugeben und weitere 25 Minuten schmoren lassen. Nach Belieben mit Salz und Pfeffer abschmecken.
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13 Kommentare
Ich habe letztes Jahr eine Lammkeule nach Jamie Oliver Vorgabe gemacht: Taschen ins Fleisch schneiden, Knoblauch und Rosmarin hineinstecken. Salzen, anbraten, dann mit R?stgem?se und 1 Fl Rotwein f?r zwei Stunden in den Ofen, mit nasser Backfolie abdecken. So simple und so lecker. Und gar nichts hammellastiges ?
hm, hm, ich glaub' ich muss mal ?
http://gigis-rezepte.blogspot.com/2006/11/kennst-du-noch-piroska.html#Gulasch
machen könnte, es gibt ja auch lamb stew, kommt mir dein Rezept wie gelegen. Statt des vorgesehenen Balsamico könnte ich mir einen (echten, aus himbeersaft vergorenen) Himbeeressig gut vorstellen. Und Petersiliewurzel liebe ich, die hat meine Oma sehr oft verwendet. Hier muss ich dafür Pastinaken verwenden.
Diese K?stlichkeit habe ich vor l?ngerer Zeit in einer Hotelfachzeitschrift gefunden. Da ich neugierig war, habe ich bei Google einfach mal "Tirolerbratl" eingegeben und eure Zuschriften gefunden! SUPI! Danke f?r die noch n?tzlichen Tipps zu diesem Rezept! Dann kann?s ja Freitag losgehen. Hoffentlich gelingt es mir. Liebe Gr?sse Inka
w?nsche Dir gutes Gelingen. Und keine Angst: ist wirklich nicht schwer!
wir haben hier in österreich auch kein problem, heimisches bio-lammfleisch zu bekommen. das neuseeländische, tiefgekühlt eingeflogene verweigere ich.
Trotzdem interessant für mich, dass ein Bratl immer knusprig zu sein hat. Da sieht man mal wieder, wie leicht man drauf reinfällt, was in den Magazinen steht. Danke für die Aufklärung!
Deswegen auch mein Tipp: Momentan verlost Neuseeland Lamm auf ihrer website eine Reise nach Neuseeland. Dafür müsste man einfach nur ein leckeres Rezept oder eine witzige Idee im Videoformat uploaden und schon nimmt mal am Movie Award teil!
Hier der Link: http://gewinnspiel.neuseelandlamm.de/
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